Kopfbild Freundliche Begegnung
24.06.2021 erstellt von: Wulfhard Bäumlein


Bad Vilbel fahrradfreundlich?

Das Beispiel Baustelle Wiesengasse

Auf der Titelseite und im dazugehörigen Artikel von Ansgar Hegerfeld in der letzten Ausgabe der FRANKFURT aktuell (Ausgabe Mai/Juni 2021) wurde, ausgehend von der Aussage „An Baustellen zeigt sich eine fahrradfreundliche Stadt”, das Thema Baumaßnahmen im Straßenbereich am Beispiels Frankfurt eingehend beleuchtet. An den in Bad Vilbel Mitte April begonnen Umgestaltungsmaßnahmen mit weitgehender Sperrung in der Wiesengasse zeigt sich, dass in Bad Vilbel der Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt noch sehr weit ist. Das gilt vor allem im Hinblick darauf, dass die Wiesengasse Teil der Hauptroute von Bad Vilbels Süden zum Schulzentrum ist.


Es begann bereits im Vorfeld der Eröffnung der Bauarbeiten: Die zu erwartenden Einschränkungen wurden gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern und insbesondere den betroffenen Schulen nur unzureichend (sprich: sehr oberflächlich) kommuniziert. Die lediglich via Internet zugängliche Umleitungsempfehlung war nur vage und entsprach bei Licht besehen eher einer indirekten Einladung zum Betrieb von Elterntaxis für die Schulkinder. Eine Umleitungsausschilderung direkt an der Baustelle wurde erst gar nicht angebracht; wahrscheinlich fiel selbst den Verantwortlichen keine vernünftige und vertretbare Alternativroute ein. Nicht ortsansässige Radelnde werden dies sicher sehr zu „schätzen“ wissen.

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Foto: Christina Romeis

Eine Lösung dieser unbefriedigenden Situation könnte in der zeitweiligen Freigabe der Frankfurter Straße in Gegenrichtung zur Einbahnstraßenregelung ab Niddaplatz liegen. Aber dies würde vermutlich dem seit bald 30 Jahren bestehenden Credo der in unserer Stadt Verantwortlichen zuwiderlaufen. Deren Denkweise trägt in dieser Hinsicht fast schon „vatikanische“ Züge.

Nach einigen Interventionen und Beschwerden (unter anderem vonseiten des ADFC) ist die Wiesengasse zwar zu Fuß und mit dem Rad schiebend zur Kasseler und Frankfurter Straße leidlich passierbar. Auch wurde das sinnfreie Verbotsschild für Fahrräder am neugestalteten Nidda-Uferweg entfernt. Nebenbei sei bemerkt, dass für Menschen mit Kinderwagen oder Rollatoren weiterhin keine Möglichkeit besteht, die Baustelle zu überwinden.

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Grafik: www.bad-vilbel.baut.de

Fazit: Bis zum Abschluss dieser Baumaßnahme (vorrausichtlich und hoffentlich August 2021) werden wir mit dieser Zumutung leben.

Es wäre schön und würde beim Verfasser dieser Zeilen den Adrenalinausstoß senken, wenn in Bad Vilbel bei allen künftigen den Verkehr und die Straßengestaltung betreffenden Planungen nicht nur der motorisierte Verkehr im Blickpunkt stünde. Vor allem wäre es für alle Beteiligten sehr vorteilhaft, in Zukunft solch umfangreiche, die Mobilität vieler betreffende Maßnahmen rechtzeitig umfassend und transparent öffentlich zu machen.


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Bild 1: Durchkommen nur für geschickte Mountainbiker
Bild 2: Für Coronazeiten doch recht eng
Bild 3: Dieses Schild wurde mittlerweile freundlicherweise entfernt 
Bild 4: Die städtische Schulwegempfehlung – vor dem Unterricht eine halbe Stunde Rundtour durch Vilbel


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