Kopfbild Biwerkreisel
21.01.2019 erstellt von: Karl Pfeil


Kreative Radverkehrsführung in Karben, Robert-Bosch-Straße

Was hier endet und was möglicherweise beginnt, erschließt sich nicht – weder unmittelbar noch durch längeres Nachdenken. Spontan aber fragt sich jeder, der hier stutzig wird: Hoppla, habe ich etwa das Schilderlesen verlernt? Ist da etwas an mir vorbeigegangen, was ich wissen müsste?


Bild
Radverkehrsführung in der Robert-Bosch-Straße, Karben.
Foto: Matthias Marcks

Auch unser radverkehrspolitisch aktives Karbener Mitglied kann die kuriose Beschilderung nicht deuten, kennt aber die Geschichte hinter ihr. Sie beginnt mit dem Stichwort Radwegebenutzungspflicht.

Vor gut drei Jahren hatte Karl Pfeil mit der Verkehrsbehörde und der Verkehrsplanung der Stadt Karben das Problem der Radwegebenutzungspflicht besprochen und dessen weitgehende Aufhebung im Stadtgebiet gefordert. In vielen Bereichen kam man dem auch nach, peu à peu. Im Bereich der Robert-Bosch-Straße zeigte man sich allerdings besonders zäh. Dort gab es eine Benutzungspflicht für Radfahrende auf dem Bürgersteig, auch für jene, die in der Gegenrichtung fahren. Die Maße gaben allerdings eine derartige Anordnung nicht her. Abgesehen davon, dass innerorts eine Benutzungspflicht auf Gehwegen ohnehin nicht opportun ist.

Dennoch wollte die Stadt in der Robert-Bosch-Straße auf sie nicht verzichten. Begründung: Im Straßenverlauf gebe es eine enge und unübersichtliche Kurve, die bei dichtem Verkehr mit Bussen und vor allem Lkw für Radelnde auf der Fahrbahn zu gefährlich sei.

In der Tat ist das recht große Gewerbegebiet nur mit zwei Straßen erschlossen, und es herrscht dort viel Verkehr durch große Nutzfahrzeuge. Baulich lässt sich auch nicht viel machen. Karl blieb dennoch beharrlich und bestand darauf, dass die Stadt die Benutzungspflicht aufheben solle. Mit Erfolg. Könnte man meinen. Wäre das Ergebnis ein anderes als das, das im Bild zu sehen ist – kreativ, aber enigmatisch.

Das mag all den Radelnden egal sein, die ohnehin die Fahrbahn bevorzugen und nicht darauf angewiesen sind, die Straße im morgendlichen Berufsverkehr zu nutzen. Doch was mit denen, die die Strecke mit dem Rad als Zufahrt zum Bahnhof nutzen müssen? Denen bleibt wohl nur: Flügel ausfahren und abheben!

Karl Pfeil, Ute Gräber-Seißinger


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