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15.09.2021 erstellt von: Dr. Walter Baumann


Radfahrende demonstrieren für ihre Rechte

Der Fahrradkorso auf der Friedberger Straße in Richtung Dortelweil<p>Foto: Jochen Waiblinger

Pünktlich um 11 Uhr setzten sich am Samstag, dem 11. September rund 80 Radlerinnen und Radler in Bewegung, die sich am Ritterweiher in Bad Vilbel eingefunden hatten. Wir hatten zu dieser Fahrradtour durch Bad Vilbel aufgerufen, um für mehr Aufmerksamkeit für den Fuß- und Fahrradverkehr in der Verkehrspolitik zu werben.


„Mehr Platz fürs Rad“ war das Motto, unter dem der Fahrradkorso vom Ritterweiher zunächst zum Südbahnhof, dann über die Frankfurter und Friedberger Straße bis zur Büdinger Straße geführt wurde. Von dort ging es zurück zum Marktplatz am Alten Rathaus, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Mit ihren Fahrradklingeln unterstrichen die Teilnehmenden ihre Forderungen: Ausbau der Radverbindungen, insbesondere für den Alltagsverkehr, separate Wege für den Fuß- und den Radverkehr, sichere Wegführungen auch im Umfeld von Baustellen. Gut gesichert durch die Polizei, das Ordnungsamt und zahlreiche Ordnungskräfte aus unseren eigenen Reihen, verlief die Rundfahrt diszipliniert und ohne Zwischenfälle. Die meisten Autofahrerinnen und -fahrer, die durch die Kolonne aufgehalten wurden, zeigten sich verständnisvoll.

Bei der Kundgebung am Markplatz erläuterte Wulfhard Bäumlein, Mitglied in der AG Radverkehr des ADFC Bad Vilbel, die Forderungen. Uns geht es darum, das Fahrrad zu einer echten Alternative im Alltagsverkehr zu machen. Nur so kann eine Verkehrswende erreicht werden. Wir verkennen nicht die Bedeutung der bisherigen Maßnahmen für den Fahrradverkehr in Bad Vilbel. Hingegen besteht nach wie vor ein Missverhältnis. Ein Beispiel dazu: Für jeden der 350 Parkplätze in der neuen Tiefgarage der VILCO hat die Stadt 50.000 Euro ausgegeben; dagegen machen sich die Ausgaben für Radwege doch sehr bescheiden aus.

Charlotte Rickert, Schülerin am Georg-Büchner-Gymnasium, setzte sich bei der Kundgebung für die Rechte der jungen Generation ein. Sie beklagte die vielfältigen Hindernisse und Gefährdungen der letzten Monate, die den Schülerinnen und Schülern auf ihren Schulwegen zugemutet worden seien. Sie machte auf die Bekenntnisse zur Bildungspolitik im aktuellen Wahlkampf aufmerksam, bei denen offenbar völlig vergessen werde, dass diese auch gute und sichere Schulwege vorsehen müsse. Rickert betonte, dass viele Schülerinnen und Schüler das Fahrrad auch deshalb nutzen, um einen Beitrag zu einer dringend erforderlichen Verkehrswende zu leisten. Die junge Generation sei durch die klimapolitischen Folgen der heutigen Politik besonders betroffen.

Gleichzeitig sammelten wir auf dem Marktplatz Unterschriften für ein hessisches Verkehrswendegesetz. Dieses Gesetz will der hessische Landesverband des ADFC zusammen mit dem VCD-Landesverband Hessen, dem FUSS e. V. und den Radentscheiden Frankfurt am Main, Darmstadt, Kassel und Offenbach am Main sowie mit Unterstützung durch den BUND Hessen, Greenpeace, die NaturFreunde Hessen und den Fahrgastverband PRO BAHN, Landesverband Hessen auf den Weg bringen. Zahlreiche Teilnehmende bekundeten bereits kurz nach dem Start der Kampagne mit ihrer Unterschrift, dass sie sich für eine Beschleunigung der Verkehrswende und die dazu notwendigen neuen rechtlichen Grundlagen aussprechen.

Walter Baumann für die AG Radverkehr


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